Merlin´ s Geschichte

Merlins "Züchterin" wurde uns von einer Bekannten empfohlen. Nach einem Telefonat durften wir uns den Wurf im Wohnzimmer der Züchterin ansehen. Augenscheinlich war das Wohnzimmer aber nicht der übliche Aufenthaltsort der Welpen, dieser wurde uns nie gezeigt. Auch habe wir Merlins Mama nie zu Gesicht bekommen.

Auf der HP der Züchterin stand,  die Elterntiere seien "kerngesund", keine Angaben über HD oder ED, geschweige denn gesundheitliche Angaben über frühere Würfe. Für mich heute ein undenkbarer Zustand!! Damals war ich aber nur froh dieses Wollknäuel im Arm zu halten.


Merlin entwickelte sich zu einem aufgewecktem Junghund. Auffällig waren seine extremen Hängelider, die immer wieder zu Augenentzündungen führten. Im Alter von einem Jahr wurden die Lider operiert und die Entzündungen gehörten der Vergangenheit an. Mit 15 Monaten wurde die Hüfte und die Ellenbogen geröntgt, und nach Aussage des Arztes (leider eine schlimme Fehleinschätzung) waren die Gelenke in Ordnung. Im Alter von 6 Jahren stellte sich heraus, dass der linke Ellenbogen keinesfalls gesund war und, um Merlin ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen, operiert werden musste. Wie ich später in Gesprächen mit anderen Besitzer  von Hunde aus dieser Zucht erfahren habe, hatten viele dieser Hunde Probleme mit den Gelenken. Mittlerweile hat sich sich die Züchterin von Merlin auf die Zucht von Kleinhunden, sog. Biyoks (Mischlinge zwischen Bichon Frisé und Yorkshire Terrier) konzentriert, da kann wohl nicht so viel schief laufen!!

Merlin, mein Schöner!

.....ein Hund mit viel, viel Ausstrahlung!

Im Alter von 7 Jahren bekam Merlin eine Magendrehung, die operiert wurde. Der Magen wurde während der OP wieder in die richtige Position gebracht, angenäht und die Milz, die sich mit gedreht hatte, entfernt. Nach zwei Tagen Klinikaufenthalt konnte ich ihn wieder mit nach hause nehmen. Nach etwa 4 Wochen zeigte Merlin wieder die gleichen Symptome wie bei der Magendrehung. Ein Röntgenbild zeigte, dass der Magen wieder aufgebläht war, sich jedoch noch nicht gedreht hatte. Der Magen wurde entgast und Merlin musste wieder in der Klinik bleiben. Jetzt war klar, dass etwas in seinem Körper nicht mehr so arbeitete wie es sollte, und eine nochmalige Magendrehung wahrscheinlich war. Am Samstag, den 09.07.2011 auf einem Spaziergang war es dann soweit, Merlin verhielt sich plötzlich seltsam und ich fuhr mit ihm sofort in die Klinik. Ein Röntgenbild brachte die schreckliche Gewissheit, der Magen hatte sich nochmals gedreht. Nach Gesprächen mit der behandelnden Ärztin ("Bei dem Krankheitsverlauf kann ich Ihnen nicht versprechen, dass sich der Magen nicht auch ein drittes Mal drehen wird!") haben wir uns entschlossen Merlin zu erlösen. Merlin schief im Beisein von Herrchen und Frauchen, viel zu früh im Alter von 7 Jahren ein. 

Er wurde verbrannt und an seinem geliebten Gartenteich begraben. Die Ausbildung von Merlin auf dem Hundeplatz/Hundeschule und seine Unart sich auf jeden unkastrierten Rüden zu stürzen, zeigten mir, dass es viel über Hunde und ihre Ausbildung zu wissen gibt. Merlin habe ich es zu verdanken, dass ich mich zu einer Hundetrainerausbildung entschlossen habe. Merlin war mein Seelenhund. Ich hab ihn geliebt. Wir hatten viele Diskussionen miteinander, wenn er sich wieder mal auf einen Rüden gestürzt hatte. Das waren Momente, da hätte ich ihn töten können! Es waren aber auch Momente, in denen wir eine ganz starke Bindung zueinander entwickelt haben. Ganz haben wir unser "Raufer-Problem" nie in den Griff bekommen. Während meiner Trainerzeit in einer Hundeschule war er ein exzellenter Erziehungsrüde, von dem Generationen von Welpen profitiert haben. Er war ein arbeitsfreudiger, gelehriger Hund, der jeden lügen strafte, der behauptet, Berner Sennenhunde seien bequeme ruhige Hunde, die keine Beschäftigung brauchen. Nach dem Tod von Merlin hab ich mir viele Gedanken gemacht, wie es zu diesem schrecklichen Krankheitsverlauf kommen konnte. 

Letztendlich, nach vielen Recherchen im Internet, kam ich zu dem Schluss, dass die Ernährung bei der Entstehung von Magendrehungen wohl eine große Rolle spielt. Noch heute muss ich mich bei meinen Hunden entschuldigen, dass ich ihnen jahrelang billiges Trockenfutter zugemutet habe mit einem wahnsinnig hohen Getreideanteil und einem lächerlich geringen Fleischanteil (wenn sich überhaupt Fleisch darin befindet). Aber ich dachte damals, das ist "Hundefutter" (die Werbung leistet da ja ganze Arbeit).

Wer sich für Hundeernährung interessiert, findet weitere Informationen in der Rubrik Ernährung.

Leider ist der Berner Sennenhund eine Hunderasse, die mit diversen Krankheitsproblemen belastet ist. Um so wichtiger ist eine transparente, kontrollierte Zucht, wie ich sie nur in den dem VDH angeschlossenen Vereinen (SSV e.V./ DCBS e.V) gefunden habe. Eine Dissidenzzucht sollte auf keinen Fall unterstützt werden. Interessante Informationen erhält man auch auf der Seiten von Berner Sennenhunde in Not e.V..